Inklusion feiern

Gemeinsam auf der Bühne: inklusives Theater

„Ein schwieriges Thema mit einer gewissen Leichtigkeit auf die Bühne gebracht“

Laienschauspieler und Profis führen ein Stück zum Thema Armut auf

Mit der Aktionswoche „Armut bedroht alle“ will das Backnanger Aktionsbündnis Armut“ das Thema attraktiv in die Öffentlichkeit tragen und Menschen dafür interessieren. Es ist ihnen gelungen für ein gemeinsames Theaterstück zu versuchen das Backnanger „Bandhaustheater“, das am Fuß der evangelischen Stiftskirche liegt, zu gewinnen. Dafür erhielt der Kreisdiakonieverband Rems-Murr-Kreis (KDV) stellvertretend für das Aktionsbündnis Gelder aus dem Fonds „Inklusion leben“. Der KDV sieht sich neben der individuellen Hilfe und Beratung im Verbund mit örtlichen Organisationen auch als öffentliche Stimme für diese arme Menschen.

Ruth Merz, Projektverantwortliche für den KDV in Backnang, berichtet: „Uns geht es darum, die Situation der vor Ort lebenden und Betroffenen zu schildern sowie Hintergründe, die zu prekären Lebensbedingungen führen, aufzuzeigen um so Sensibilität im kirchlichen und kommunalen Umfeld herzustellen. Der Stoff für das Theaterstück wird zum einen aus Interviews, Gesprächen und Befragungen mit dazu bereiten Klienten aus unseren Beratungsalltagen gespeist. Zum anderen werden aus Backnang und dem Kirchenbezirk Kirchengemeindeglieder interviewt, die als Sprachrohr von Menschen fungieren, die verarmt sind. Das Bandhaustheater hat hierfür die evangelische Stiftskirchengemeinde Backnang zusätzlich als Kooperationspartner gewonnen.

Aufführung Arm und Reich
Aufführung Arm und Reich

Auf die Premiere folgten drei weitere Aufführungen. Die ersten beiden Aufführungen fanden im kleinen Saal, zwei weitere im großen Bühnensaal statt. Insgesamt haben dieses Stück über 300 Personen gesehen. Weitere Aufführungen in Backnang sind in Planung, ebenso an weiteren Orten im Rems-Murr-Kreis. Aus den Interviews entstand ein der Lebenswirklichkeit nahes Stück, das vielen Zuschauenden unter die Haut ging. Aus den genannten Kontexten wurden die acht Laienschauspieler/innen gewonnen, die in zeitlich bewundernswertem Einsatz das Stück mit entwickelten und darstellten.

Keine Person mit der ich redete und auch ich selbst hatte den Eindruck, hier spielten „Laien“. Ich selber war bei der Premiere dabei. Verschiedene Kollegen und Kolleginnen aus dem Kreisdiakonieverband und den anderen Einrichtungen waren bei den jeweiligen Aufführungen dabei. Teilweise begleiteten wir unsere Klienten, die zum Teil zum ersten Mal, dank von aus ausgegebenen kostenlosen Sozialkarten von ungenannten Spendern in einem Theater waren. So erreichten wir ein breites Spektrum. Menschen, die selbst von Armut betroffen sind und Menschen, die in völlig anderen finanziellen Situationen leben.

Szene aus Arm und Reich
Szene aus Arm und Reich

Bei der letzten Besprechung mit dem Bandhaus Theater erhielten wir die Rückmeldung, dass viele Zuschauende untypischerweise erst Tage später zum Stück Rückmeldungen gaben, da sie nachhaltig zum Nachdenken angeregt wurden. Klienten aus unserem Beratungskontext gaben uns sehr bewegende bis begeisterte Rückmeldungen. Es ist wirklich gelungen, das schwierige Thema mit einer gewissen Leichtigkeit und hoher Professionalität auf die Bühne zu bringen.

Ein weiterer Höhepunkt in der Kooperation mit der Stiftskirchengemeinde war ein falnkierender Gottesdienst zum Thema. Dabei wirkte der Dramaturg des Theaters mit und brachte Elemente aus dem Theaterstück in den Gottesdienst ein, die hervorragend mit der Predigt verbunden wurden. Ebenfalls wirkten Konfirmanden am Gottesdienst mit und ich selbst für unsere Initiative und den Kreisdiakonieverband. Dabei konnte ich unsere Beratungsangebote vorstellen, mit denen wir Menschen in materiellen Notlagen Unterstützung anbieten. Aus unserer Sicht leistet das Theaterstück einen großen Beitrag, um das Thema „Arm und Reich“ in die Öffentlichkeit zu tragen. Nur die gelungene Kooperation aller Beteiligten machten dies möglich.“

Wer steckt hinter „Inklusion leben“?

Haben Sie die Projekte angesprochen und suchen Sie das passende Netzwerk?