Diakonische Gemeinde

Glücks-Momente: Spiel und Klatsch beim Gemeinde-Cafè

„Hier kann man gemeinsam lachen und jeder wird so akzeptiert, wie er ist“

Das Cafe Glück hat im Jahr 2015 zum ersten Mal seine Türen im Nordheimer Gemeindehaus geöffnet. 10 bis 12 alte Damen waren es zu Beginn, jetzt sind es auch mal 30 Besucherinnen, die zweimal pro Monat drei vergnügliche Stunden miteinander verbringen mit Geschichten, Bewegung, Spiel und gemeinsamem Kaffeetrinken. Das Ehrenamts-Team ist von Anfang an stabil geblieben und hauptamtlich in der Nachbarschaftshilfe oder bei der Diakonie tätig. Mehr als die Hälfte der Besucherinnen lebt alleine zu Hause oder im betreuten Wohnen. Das wichtigste an dem Treffen ist, neben einem abwechslungsreichen Programm vor allem Zeit zum Reden zu haben.

Zu Besuch im Cafe Glück an einem Tag im April. Heute ist das Thema Schuhe dran. In einem großen Stuhlkreis sitzen rund 30 betagte Frauen und strahlen Lebensfreude pur aus. In der Mitte haben die Ehrenamtlichen verschiedene Schuhe aufgestellt und alles, was man drum herum benötigt. Mit Hilfe eines „Schuhquiz“ kommt man miteinander ins Gespräch und tauscht sich über frühere Zeiten aus. Etwa dass nach dem Krieg Schuhe mit Gummi aus alten Autoreifen besohlt wurden oder dass es auf dem Land gar Schuhe aus Stroh gab. Für Heiterkeit und lachende Gesichter sorgt ein „Schuhplattler“, der Bewegung in die Runde bringt. Vor dem Kaffeetrinken verteilen sich die alten Damen an vier Tischen und machen Gesellschaftsspiele wie „Bingo“, „Stadt, Land, Fluss“  oder „Memory“. Alles Spiele, die das Gedächtnis auf Trab halten und für gute Laune sorgen.

Luise Baruth ist 84 Jahre alt und strahlt viel Gelassenheit aus. Für sie ist wichtig, dass sie von zuhause raus kommt und drei Stunden unter vielen lustigen alten Frauen ist. Die Kinder sind weit weg, da gibt es fast nur telefonischen Kontakt und der Mann braucht selbst Unterstützung. „Mir fehlt daheim der Dialog, ein ausführliches Gespräch kann ich dort nicht richtig führen. Hier im Ort habe ich früher die Bücherei aufgebaut, mich mit meiner Idee auch gegenüber dem Bürgermeister durchgesetzt. Jetzt sind wir mutterseelenallein, das muss ich akzeptieren, weil ich sehr immer das Gute, das noch da ist. Es ist ja immer gut gegangen, ist immer wieder ein Türchen aufgegangen.

Ins Cafe Glück komme ich immer, außer ich habe einen anderen Termin. Hier kann man gemeinsam lachen und jeder wird so akzeptiert, wie er ist. Ich kenne viele der Frauen aus früheren Zeiten – auch aus der Bücherei. Ich bin immer daran interessiert zu sehen, wie die anderen mit dem Alter klar kommen, denn da kann man immer wieder etwas voneinander lernen und das übernehmen, was gut ist. Und man darf selbst auch immer wieder neu anfangen, das empfinde ich als eine Gnade“.

Wer steckt hinter „Inklusion leben“?

Haben Sie die Projekte angesprochen und suchen Sie das passende Netzwerk?