Barrierefrei

Ohne Hürden zu wichtigen Infos: Barrierefrei beraten

„Wir wollen Mut machen, einfach irgendwo anzufangen“

Ziel eines dreijährigen Projektes der Diakonischen Bezirksstelle Blaubeuren war, die Beratungsarbeit der Bezirksstelle auf Barrieren hin zu untersuchen und Handlungsleitlinien für deren Überwindung zu entwickeln. Gemeinsam mit anderen Diakonischen Bezirksstellen in Schwäbisch Hall und Heilbronn ging es darum, einen wesentlicher Beitrag zu Inklusion im Raum der Kirche zu leisten und die Ergebenisse für andere Beratungsstellen der Diakonie nutzbar zu machen.  Das Projekt hat erforscht, welche Hindernisse Menschen einer Beratung im Grunddienst der diakonischen Bezirksstelle Blaubeuren erschweren. Neben der Beschreibung von Barrieren sollte eruiert werden, welche Faktoren einen ungehinderten Zugang fördern. Aus dem mit Geldern des Fonds „Inklusion leben“ geförderten Projekts ist ein „Werkzeugkoffer“ für Beraterinnen und Berater in der Diakonie entstanden.

Ein Werkzeugkoffer aus der Praxis und für die Praxis

Dieser Werkzeugkoffer ist aus der Praxis entstanden und wurde für die Praxis geschrieben. Er lädt dazu ein, ein Werkzeug zu nehmen und auszuprobieren, was man damit machen kann. Dabei geht es immer um das gleiche Ziel: Beratungsangebote anzubieten, die barrierefrei für jede Person erreichbar sind. Oder anders gesagt: Jede Person, die Beratung benötigt, soll die Möglichkeit haben, Beratungsangebote wahrzunehmen, zu nutzen
und davon zu profitieren. Jede und Jeder – das heißt: auch der Rollstuhlfahrer, der keine Treppen steigen kann; auch die alleinerziehende berufstätige Mutter, die nur abends Zeit hat; auch der kaum Deutsch sprechende Migrant, der niemanden zum Übersetzen mitbringen kann; und auch die Arztfamilie, von der niemand erfahren soll, welche Probleme es mit den Kindern gibt.

Völlige Barrierefreiheit ist kaum zu erreichen, denn neben den offensichtlichen Barrieren gibt es auch solche, die schwieriger zu erkennen sind und sich beispielsweise hinter Strukturen oder in unseren Köpfen verbergen. Wer damit beginnt, sich mit dem Thema Barrierefreiheit zu beschäftigen, landet unweigerlich bei dem Begriff der Inklusion und stellt
fest, dass es sich hier um ein hoch komplexes und umfassendes Themenfeld handelt, das sehr schnell unübersichtlich wird. Die Gefahr besteht, sich von der Größe der Aufgabe entmutigen zu lassen und das Projekt „Barrierefreiheit“ auf irgendwann zu verschieben,
um auf den Zeitpunkt zu warten, an dem die dafür nötigen zeitlichen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung stehen.

Der Werkzeugkoffer soll Mut machen, einfach irgendwo anzufangen. Denn Barrierefreiheit ist kein Fertig-Modell, das man bestellen kann. Barrierefreiheit entsteht vor Ort. Sie entsteht Stück für Stück und muss dabei immer wieder neu gestaltet, entwickelt und erhalten werden. Es ist hilfreich, sich an den verschiedenen Handlungsfeldern zu orientieren, die in diesem Werkzeugkoffer vorgestellt werden. Die Handlungsfelder können in beliebiger Reihenfolge und jedes für sich bearbeitet werden. Genauso gut kann gleichzeitig in mehreren Handlungsfeldern gearbeitet werden. Jedes Handlungsfeld kann als ein
Fach im Werkzeugkoffer bezeichnet werden, das es dem Benutzer erleichtert, einen Überblick über die vorhandenen Werkzeuge zu bekommen und Ordnung zu halten.

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